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Trendfolger oder Pionier?

Klaus Schein, 20.02.2026

In der heutigen dynamischen und komplexen Geschäftswelt stehen Unternehmen vor einer strategischen Entscheidung: Entweder sie folgen Trends oder sie setzen Trends und agieren als Pioniere. Diese Entscheidung hat weitreichende Konsequenzen für ihre Zukunftsfähigkeit, Wettbewerbsfähigkeit und ihren Erfolg.

Der Weg des Trendfolgers (Reagieren auf Veränderungen)

Unternehmen, die Trends lediglich hinterherlaufen, reagieren primär auf bereits bestehende Marktentwicklungen und Kundenbedürfnisse. Dieser Ansatz ist oft mit dem Prinzip des „Exploit” verbunden, bei dem der Fokus auf der Optimierung bestehender Prozesse und der Effizienzsteigerung im Kerngeschäft liegt.
Konsequente Umsetzung vom Trendfolger zum Trendsetter: Strategische Ziele müssen in konkrete, greifbare Erfolge verwandelt werden. Dies erfordert eine klare Vision, messbare Ziele und die konsequente Integration von digitalen und nachhaltigen Initiativen über alle Unternehmensbereiche hinweg. Das aktive Gestalten des Wandels und das Setzen von Trends durch Co-Value-Creation bietet Unternehmen die Möglichkeit, erfolgreicher, attraktiver und nachhaltiger zu werden. Dies ist keine Option, die nur großen Unternehmen vorbehalten ist: Auch KMU können durch Agilität und Offenheit für Veränderungen Wettbewerbsvorteile generieren und Innovationen vorantreiben.

Risiken und Nachteile des Trendfolgens:

  • Stagnation und Überholung: Wer sich ausschließlich auf Bestehendes konzentriert, läuft Gefahr, in einer dynamischen Marktlandschaft schnell vom Wettbewerb überholt zu werden. Das Festhalten an starren Strukturen gefährdet die Zukunftsfähigkeit.
  • Preisdruck und Austauschbarkeit: Die Konzentration auf rein transaktionale Ansätze kann zu geringeren Margen führen und Unternehmen bei Investitionen in Innovationen einschränken. Angebote können austauschbar werden und langfristig an Relevanz verlieren.
  • Verpasste Chancen: Unternehmen verpassen entscheidende Chancen für Wachstum, Innovation und Wertschöpfung, wenn sie in überholten Strukturen verharren. Der Fokus auf kurzfristige, transaktionale Ziele kann dazu führen, dass der strategische Weitblick verloren geht.
  • Mangelnde Anpassungsfähigkeit: In einer sich rasant wandelnden Welt wie der BANI-Welt (brüchig, ängstlich, nicht-linear, inkonsistent) wird es ohne den strategischen Einsatz neuer Technologien schwieriger, schnell auf Marktveränderungen und Kundenbedürfnisse zu reagieren.
  • Verlust der Marktposition und Reputation: Unternehmen, die preisgetriebene Verhandlungen und kurzfristige Leistungen priorisieren, verlieren den Zugang zu Innovationsökosystemen und werden von agileren Wettbewerbern abgehängt. Zudem riskieren sie einen Verlust von Marktanteilen und eine Schädigung ihres Images, da Kunden zunehmend ökologische und soziale Verantwortung fordern.

Oft entscheiden sich Unternehmen erst zu einer Neuorientierung, wenn der „Schmerz der Veränderung” geringer ist als die Kosten und Risiken des Festhaltens an alten Strukturen.

Der Weg des Pioniers (Trends setzen und gestalten)

Pioniere agieren als Vorreiter in ihrer Branche und gestalten die Zukunft aktiv mit. Dieser Ansatz erfordert einen radikalen, strategischen Neustart und einen tiefgreifenden Paradigmenwechsel in der Art und Weise, wie Unternehmen mit ihren strategischen Kunden und Partnern zusammenarbeiten. Es geht darum, über Unternehmens- und Branchengrenzen hinweg innovativ zu sein, Daten, Wissen und Dienstleistungen miteinander zu verknüpfen und so in großem Umfang neuen Wert zu generieren.
Chancen und Vorteile des Pionier-Ansatzes:

Wesentlicher Wettbewerbsvorteil und Marktführerschaft: Wer frühzeitig auf neue Trends und Technologien setzt, kann sich von der Konkurrenz abheben und eine führende Position einnehmen. Pioniere sichern sich „First-Mover-Vorteile” wie den frühzeitigen Zugang zu neuen Märkten, die Etablierung von Standards und den Aufbau von Markenbekanntheit. Sie können neue Branchenstandards schaffen.

  • Gesteigerte Innovationskraft: Eine proaktive Haltung und eine Innovationskultur ermöglichen es Unternehmen, nicht nur auf Trends zu reagieren, sondern selbst welche zu setzen. Dies ist der Nährboden für disruptive Ideen und bahnbrechende Lösungen.
  • Attraktivität und Imageverbesserung: Unternehmen, die kollaborativ arbeiten und Innovationen vorantreiben, werden als innovativ und kundenorientiert wahrgenommen. Sie sind attraktiver für junge Fachkräfte. Eine konsequente Nachhaltigkeitsausrichtung stärkt das Unternehmensimage und zieht Investoren sowie Talente an.
  • Nachhaltiges Wachstum und Zukunftsfähigkeit: Co-Value Creation (CVC) ist die konsequente strategische Antwort auf die Komplexität unserer Zeit. Sie ermöglicht nachhaltiges Wachstum und Innovationsführerschaft. Die synergetische Betrachtung von Digitalisierung und Nachhaltigkeit (Twin Transformation) macht Unternehmen zukunftsfähig und widerstandsfähiger gegenüber Krisen.
  • Erschließung neuer Geschäftsmodelle und Märkte: Durch Co-Creation und den Einsatz von Technologien wie KI können Unternehmen neue Geschäftsfelder erschließen und ihre Produkte und Dienstleistungen individueller und schneller anpassen.
  • Resilienz und Agilität: Eine agile Kultur ermöglicht schnelle Entscheidungsfindung, Resilienz und hohes Mitarbeiterengagement. Das Durchlaufen verschiedener Transformationen stärkt die „Transformationsmuskeln” und wappnet Unternehmen für zukünftige Veränderungen.


Voraussetzungen für das Setzen von Trends:

  • Paradigmenwechsel und ganzheitlicher Ansatz: Es erfordert einen grundlegenden Wandel in der Denk- und Arbeitsweise – weg von isolierter Optimierung, hin zu einem ganzheitlichen Ansatz für Zusammenarbeit und Wertschöpfung.
  • Offenheit für Kooperation und Ökosysteme: Die Zukunft der Zusammenarbeit ist von Offenheit, Transparenz und einem gemeinsamen Fokus auf die Schaffung von Mehrwert geprägt. Unternehmen müssen sich von einer isolierten Arbeitsweise zu einem kooperativen Austausch in Netzwerken und Ökosystemen bewegen.
  • Strategische Verankerung von KI: KI wird nicht als isoliertes IT-Projekt betrachtet, sondern als strategischer Enabler. Eine gut durchdachte KI-Strategie verbessert die Identifikation zukünftiger Trends und optimiert Entscheidungsprozesse.
  • Co-Creating Leadership: Eine transformative Unternehmenskultur, die auf Vertrauen, Empathie und Transparenz basiert, ist entscheidend. Führungskräfte müssen als Impulsgeber agieren, die Potenziale des Netzwerks entfalten und eine positive Fehlerkultur fördern.

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